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„Das Private ist Politisch“

Wir protestieren gegen die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“

Donnerstag 11. April 2019

Wir möchten weder ein politisches Christentum noch einen politischen Islam. Wir betrachten die Trennung zwischen Staat und Religion als echte Errungenschaft. Wir wünschen uns freie Menschen in einer freien Gesellschaft. Wir wünschen uns vor allem die Achtung der Frauenrechte in unserer Gesellschaft.


Wir melden uns hier im Namen des Vereins Frauen helfen Frauen Frankfurt zu Wort. Der Verein unterhält in Frankfurt ein Frauenhaus mit 60 Plätzen für misshandelte Frauen und ihre Kinder und eine Beratungs- und Interventionsstelle in Frankfurt. Der Verein wurde 1976 von Feministinnen aus der Frauenbewegung gegründet.

Frankfurt ist eine multikulturelle Stadt und somit ist der Anteil der Frauen mit Migrationshintergrund im Frauenhaus auch entsprechend hoch. Viele der Bewohnerinnen sind muslimischen Glaubens. Im Frauenhaus leben muslimische Frauen mit und ohne Verhüllung, der weitaus größte Teil der muslimischen Frauen ist gläubig. Sehr viele Frauen tragen kein Kopftuch und schon gar keine komplette Verhüllung. Der Teil der Frauen, die sich komplett verhüllen, ist gering.

In den Beratungsgesprächen mit den Frauen erfahren wir die geballte Gewalt, die nicht nur vom Partner, sondern auch von den Eltern, Brüdern und anderen Verwandten gegen die Frauen ausgeübt wird. Wir machen die Erfahrung, dass oftmals das gesamte bisherige Leben, und dazu gehört auch der Körper der Frauen, nicht den Frauen selbst, sondern den Männern gehört. Ein Ausdruck davon ist die gewünschte Verhüllung der Frauen durch den Partner oder die Familie. Die meisten Frauen möchten ihr Haar, ihren Körper, ihre Bekleidung zeigen, sie legen sehr viel Wert auf ihre äußere Erscheinung und möchten diese nicht unter Stoffen verstecken müssen.

Wir sind ehrlich irritiert über diese Ausstellung und finden nicht, dass die Verhüllung von Frauen, aus angeblich religiösen Gründen, ein wie auch immer argumentierter Ausdruck von Freiheit sein kann.

Weder die christliche noch die islamische Religion hat sich in der Verteidigung von Frauenrechten hervorgetan, sondern war viel eher für die Zementierung von Männerrechten und der damit verbundenen Unterdrückung von Frauen verantwortlich. Dies können wir täglich über die Medien, die aus der gesamten Welt berichten, erfahren.

Wir möchten weder ein politisches Christentum noch einen politischen Islam. Wir betrachten die Trennung zwischen Staat und Religion als echte Errungenschaft. Wir wünschen uns freie Menschen in einer freien Gesellschaft. Wir wünschen uns vor allem die Achtung der Frauenrechte in unserer Gesellschaft.

Was die Modeschöpferinnen, die sich die gezeigten Kreationen ausgedacht und umgesetzt haben, anbelangt, nur soviel – Modeschöpferinnen und Modeschöpfer haben vielleicht schon immer viel Freude mit ihren Kreationen bei den Frauen ausgelöst, die sie sich leisten konnten, haben aber bislang nichts oder nur wenig, wir erinnern uns positiv an Coco Chanel und die Befreiung der Frauen vom Korsett, für die Gleichberechtigung von Frauen in unserer Gesellschaft getan.

Für uns ist die Ausstellung ein Ausdruck der Kommerzialisierung der Unterdrückung von Frauen in islamischen Kulturen und wir sind erstaunt darüber, dass ein Museum, welches mit öffentlichen Mitteln unterhalten wird, sich vor diesen Karren spannen lässt.

Frauen helfen Frauen e.V. Frankfurt

Autonomes Frauenhaus

Beratungs - und Interventionsstelle für von Gewalt betroffene Frauen

www.frauen-helfen-frauen-ffm.de

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