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Frauen in Naturwissenschaft und Technik

Aufruf zur Unterstützung der Frauenbewegung im Iran zwecks Aufhebung der geschlechtsspezifischen Diskriminierungen

Dienstag 29. Mai 2018

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Die 44. Tagung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik (FiNuT) 2018 in Darmstadt ruft die deutsche Öffentlichkeit auf, die Menschenrechtsbewegung der iranischen Frauen zwecks Aufhebung der dort herrschenden Diskriminierungen gegenüber Frauen, der Entziehung ihrer gesellschaftlichen Rechte und der Verhinderung ihrer persönlichen Entscheidungsfreiheit zu unterstützen.

Die Versammelten der Tagung unterstützen mit dieser Resolution die Bewegung der iranischen Frauen. Sie fordern die Aufhebung aller Formen von Benachteiligung und des niedrigen Statuses von Frauen im Iran. Insbesondere fordern wir die unverzügliche Abschaffung der diskriminierenden Bekleidungsvorschriften und Zwangsverschleierung sowie die Beseitigung der eklatanten rechtlichen Benachteiligungen von Frauen in Familie, Gesellschaft und Geschäftsleben. Dies ist für den gesellschaftlichen Wandel unverzichtbar und dient zugleich der internationalen Befreiung der Frauen.

Gegenwärtige Situation

Zweitrangigkeit und Bevormundung der iranischen Frauen, die als Menschenrechts-verletzungen zu betrachten sind, werden hier für verschieden Bereiche des täglichen Lebens beschrieben.

Die Zwangsverschleierung und weitere Bekleidungsvorschriften im öffentlichen Raum wurden 1979 trotz gegenteiliger Beteuerung des Ayatollah Khomeini vor der Machtübernahme schon 3 Wochen nach der „Revolution“ eingeführt. In Familienrechtsfragen sind die Frauen massiv benachteiligt. Männer dürfen gleichzeitig mit vier Frauen verheiratet sein und zudem bis zu 40 Frauen auf Zeit nehmen. Das Recht zum Einreichen der Scheidung und das Sorgerecht stehen im Allgemeinen den Männern zu, den Frauen nur in seltenen Fällen. Im Erbrecht sind Frauen benachteiligt: männlichen Familienmitgliedern stehen zweimal mehr Anteile des Erbes zu als Frauen. Im Falle des Todes des Ehepartners darf eine Frau, die Kinder hat, nur 1/8 der Hinterlassenschaften des Ehepartners erben. Auch im Geschäftsleben sind Frauen massiv benachteiligt. Bei geschäftlichen Transaktionen und vor Gericht zählt die weibliche Stimme nur halb soviel wie das Votum eines Mannes. Die Berufswahl von Frauen ist in einigen Berufen eingeschränkt. Zum Beispiel sind Frauen nur in speziellen Bezirksfamiliengerichten als Richterinnen zugelassen. Auch sind Frauen nicht für Ämter in höheren Rängen des Klerusbereichs oder auch als Präsidentin des Irans zugelassen. Frauen sind von Entlassungen aus Universitäten, Schulen und Behörden betroffen, wie viele andersdenkende Personen, die den ideologisch begründeten Entlassungen ausgesetzt sind. Frauen ist es nicht gestattet als Sängerinnen solistisch aufzutreten. Sie dürfen ohne Erlaubnis eines männlichen Familienmitgliedes nicht ins Ausland reisen. Frauen dürfen nicht an einer Sportveranstaltung in einem Stadion teilnehmen. Diese geschlechts-spezifischen Diskriminierungen sind Menschenrechtsverletzungen.

Alltäglicher Widerstand der Frauen

Die Widerstandsleistung der iranischen Frauen in den letzten 39 Jahren ist trotz politisch und religiös motivierter Regularien, Racheakte und Auftragsmorde gegen Frauen eindrucksvoll erfolgt, teils in Form von Zivilcourage, teils in Form einer Bürgerrechtsbewegung. Frauen belegen 66% der Studienplätze im Iran. Sie widersetzen sich den Kleidervorschriften. Das Zusammenleben unverheirateter Paare wird trotz des strikten Verbots gewagt. Es gibt mehrere Zusammenschlüsse von gleichgesinnten Frauen in Frauenorganisationen. Es wurden Zentren für Frauenstudien an den Universitäten gegründet. Frauen werden international als agierende Regisseurinnen, Anwältinnen, Künstlerinnen und Schriftstellerinnen anerkannt. Die iranischen Frauen haben eine Friedensnobelpreisträgerin hervorgebracht, eine Weltraumtouristin und die erste Frau der Welt, die die Fields-Medaille für Mathematik erhalten hat. Frauen engagieren sich in allgemeinen politischen Bewegungen, als politische Gefangene und wehren sich ganz aktuell als „Töchter der Revolutionsstraße“ gegen Zwangsverschleierung. Die iranische Frauenbewegung hat sich als eine gewaltfreie und fortschrittliche Menschenrechts-bewegung erwiesen und ihre Forderungen nach Gleichberechtigung und Freiheit auf die internationalen Menschenrechtserklärungen und Frauenrechte bezogen.

Darmstadt, den 12 Mai 2018

http://finut.net/

http://finut.net/doku/finut2018-resolution-iranerinnen.pdf

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