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Dear Ms. Benino,

Frauen-Arbeitsgruppe Contra Hijab

Thursday 20 February 2014

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Ministero degli Affari Esteri Piazzale della Farnesina, 1 00135 Roma

Frauen-Arbeitsgruppe Contra Hijab

contra.hijab@gmail.com (IRAN-WOMEN-SOLIDARITY)

Dear Ms. Benino,

Your recent journey to Tehran and your first-hand encounter with the “law of compulsory Hijab” for women in Iran was well published in the world media. Your Hijab clad photograph with Mr. Javad Zarif, Iran’s Foreign Minister, was indeed revealing: while he smiled gleefully and triumphantly; your reluctant smile could hardly hide your embarrassment.

In this visit you suffered a discrimination from which your male colleagues were immune. What you experienced is indicative of the humiliation that tens of millions of women in Iran have faced daily for the last 34 years. The law of “compulsory Hijab” for women in Iran can rightly be considered as a form of incarceration and captivity. The most tragic aspect of it is the fact that this subjugation even extends to children as young as nine years old.

Ms Benino: how appropriate it would have been if protesting to this law you had abandoned your journey to Iran. This would have secured you a different place in the history of women’s struggle for their rights.

Now after this first-hand experience of compulsory Hijab, it is only right and proper if you would express your objections to this law to the Islamic Republic of Iran, and by asking for the abolition of this oppressive law, show your support for the Iranian women’s struggle against compulsory Hijab and other anti women laws in Iran.

Frauen-Arbeitsgruppe Contra Hijab

(Iran-women-solidarity)

contra.hijab@gmail.com

Sima Mahzari

Akram Mousawi

Mojdeh Noorzad

Ann Pak

Mahshid Pegahi

Elahe Sadr

Parvin Saghafi

***

Erklärung zur Kampagne gegen den „Hijab“

Der Hijab ist ein patriarchales Instrument zur Kontrolle des weiblichen Körpers. Die sexistische Phantasie der Männer verwandelt den Körper einer Frau zu einem Tabu bzw. Sexualobjekt. Die Herrschaft über die Bekleidung ist ein Instrument für die Unterdrückung und Erniedrigung der Frau. Scharia und die islamistischen Regime wachen mit aller Gewalt darüber. Das islamische Regime hat in den letzten drei Jahrzehnten den iranischen Frauen die Zwangsverschleierung mit Gesetzesgewalt aufgezwungen. Islamische Zwangsverschleierung ist für jede Frau Pflicht, unabhängig ihrer religiösen und nationalen Zugehörigkeit.

Die islamischen Regeln der Verschleierung werden schon in der Grundschule den erst9jährigen Mädchen zeremoniell aufgezwungen. An ihrem 9. Geburtstag erfahren die Mädchen an einem für sie veranstalteten „Fest der Verpflichtung“, dass sie nun angeblich heirats- und gebärfähig und somit ab diesem Tag auch zum Tragen des Schleiers verpflichtet sind. Der Zwang zur islamischen Verschleierung ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung. Vielmehr setzt die Regierung mit massiven polizeilichen Kontrollen Frauen und Mädchen unter Druck, und erniedrigt sie in der Öffentlichkeit, wenn sie die oben genannten Regeln nicht beachten sollten. Um diese Vorschrift in die Praxis umzusetzen, sind PolizistInnen eingesetzt. Selbst bei privaten und familiären Zusammenkünften und Feiern tauchen sie auf, verbreiten Angst und verhaften die Anwesenden. In einer solchen Atmosphäre herrscht immer große Verunsicherung. Polizei und sog. Sittenwächter haben die Erlaubnis zu dieser Willkür und schicken Frauen und Mädchen allein wegen des Vorwurfs „schlecht verschleiert“ zu sein, ins Gefängnis.

In den letzten 30 Jahren haben iranische Frauen einen weit verbreiteten Kampf für die Gleichberechtigung geführt. Sie stellen täglich mit ihrer bewusst gewählten nicht islamischen Kleidung die reaktionären Gesetze in Frage. Aus Angst vor brutaler Unterdrückung fordern sie jedoch nicht offiziell die Freiheit der Kleidungswahl.

Selbst wenn sich einige Frauengruppierungen aus unterschiedlichen Gründen an die islamische Gesetzgebung halten wollen (sei es aus Glaubensgründen, oder weil sie mit der islamischen Regierung zusammenarbeiten) ändert dies keineswegs etwas am patriarchalen Charakter des Hijab. Im Gegenteil; der Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung gegen Zwangsverschleierung und deren Konsequenzen nimmt noch stärker an Bedeutung zu.

Unsere Forderungen sind deshalb: Unterstützt uns in unseren Aktivitäten zur Aufklärung über - und im Kampf gegen – den Hijab! Islamisten setzen das Kopftuch als Instrument und ideologische Fahne ein. Gesetze der Scharia erklären den Hijab als ein angeblich gottgegebenes Gesetz, obwohl die Geschichte des Patriarchats viel älter als der Islam ist.

Unterstützt uns in unseren Kampf gegen patriarchale Gesetze, für die Trennung von Staat undReligion; und für die Freiheit der Frauen! Leistet Widerstand gegen die Verschleierung! Weil die Rechte der Frauen und Kinder Menschenrechte sind, und weil Menschenrechte für alle gelten! Jedes Mädchen, jede Frau, das seine/die ihre Haare verstecken muss, verstärken die Herrschaft eines Teils der Menschheit über den anderen.

Leistet dieser Geschlechterordnung Widerstand!

An Lehrer/innen, Trainer/innen und Sozialpädagog/innen, Klärt Frauen, Mädchen und deren Eltern über geschichtliche Wurzeln der frauenfeindlichen Bedeutung des Hijab auf! Gerne unterstützen wir Euch dabei. Gebt die Auseinandersetzung, mit den Eltern, die ihre Kinder zwangsverschleiern wollen, nicht auf!

Setzt euch ein für ein Erziehungssystem; frei von frauenfeindlichen, traditionellen Geboten und religiösen Gesetzen! Der Hijab ist keine Kultur, sondern eine Instrumentalisierung der Religion durch die menschliche Hand. Die Aufklärung über und der Widerstand gegen Zwangsverschleierung liegt auch in eurer Hand. Leistet gegenüber dem islamisch– politischen Druck Widerstand! Akzeptiert keine islamische Zensur! Spiegelt die Unzufriedenheit und Proteste der Frauen und Kinder gegen den Hijab in der Öffentlichkeit wider!

An Politiker/innen, Aktivist/innen der politischen Parteien, Abgeordnete der Parlamente, Verhindert die Verbreitung des Hijab! Setzt euch ein für die Trennung von Staat und Religion und für die Einhaltung demokratischer Grundsätze in den Schulen und Bildungsstätten! Macht jeden Dialog mit religiösen Regierungen (wie der iranischen) von der Einhaltung der Rechte der Frauen und Kinder abhängig!

Fordert das Einhalten des internationalen Rechts der Selbstbestimmung, auch dem der freien Kleidungswahl. Wo immer die Einhaltung der Menschenrechte von islamischen Gesetzenabhängig gemacht wird, protestiert gegen diese Politik und unterstützt uns in unserem Kampf gegen den Hijab als ein Symbol der Geschlechterapartheid und der Unterdrückung der Frauen- und Menschenrechte!

Frauen-Arbeitsgruppe Contra Hijab ( Internationales Netzwerk zur Solidarität mit der iranischen Frauenbewegung) contra.hijab@gmail.com

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